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Neu auf "Meine Abgeordneten": Wer sind die zwölf GeneralsekretärInnen in den Ministerien?

16.04.2018

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Die freie Vergabe der Posten der GeneralsekretärInnen in elf der zwölf Ministerien durch die RessortministerInnen und deren durchgängiges Weisungsrecht gegenüber den Beamten sorgte und sorgt für heftige öffentliche Kritik. "Jetzt kommt es zu der skurrilen Situation, dass alle Sektionschefs und Abteilungsleiter ausgeschrieben waren und dann bekommen die einen politischen Funktionär vorgesetzt, dem sie weisungsgebunden sind", sagt Verfassungsjurist Heinz Mayer: "Durch solche Maßnahmen ruiniert man die Verwaltung nachhaltig." (Quelle: derstandard.at)



Einzig das Außenministerium hat die Position entsprechend der gültigen Rechtsordnung ausgeschrieben. „Basis dafür ist das Bundesgesetz über Aufgaben und Organisation des Auswärtigen Dienstes – Statut“ wie das Ministerium in einem Schreiben an Meine Abgeordneten betont. Michael Linhart der die Funktion als Generalsekretär im Außenministerium bereits seit 2013 ausübt, hat sich im Rahmen dieser Ausschreibung durchgesetzt.

 

Per 3. April erfolgte die letzte Bestellung. Helena Guggenbichler, die Ehefrau des Wiener FPÖ-Gemeinderats Udo Guggenbichler, übernimmt diese Funktion im Sozialministerium.

"Meine Abgeordneten" um die Dossiers der Generalsekretäre erweitert

Auf "Meine Abgeordneten" sind ab sofort die Dossiers der zwölf GeneralsekretärInnen abrufbar. „Im Sinn der Transparenz ist es wesentlich, dass die Öffentlichkeit weiß, wer den Beamten in den Ministerien ab jetzt Weisungen erteilt. Gemeinsam mit Respekt.net haben wir daher entschieden, alle uns bekannten Informationen zu den GeneralsekretärInnen zur Verfügung zu stellen“ erklärt Elke Zuckermann, Gründungspartnerin von Act.Now.

Elf Männer und eine Frau, ausschließlich AkademikerInnen, überwiegend Beamte

Helena Guggenbichler ist die einzige Frau in der Riege der 12 GeneralsekretärInnen. Sie ist neben Josef Plank (BM für Nachhaltigkeit und Tourismus), auch die einzige "Quereinsteigerin". Guggenbichler war zuvor in der Privatwirtschaft tätig. Plank kommt aus der Landwirtschaftskammer und hatte auch Funktionen innerhalb des Raiffeisen-Konzerns inne. Von 2000 bis 2009 war er ÖVP-Landesrat in Niederösterreich. Der einzige Generalsekretär mit einem aktiven politischen Mandat ist Dieter Kandlhofer (Bundeskanzleramt) als geschäftsführender Gemeinderat in Hagenbrunn (NÖ).

 

Sowohl Kandlhofer, als auch Jakob Calice (BM Bildung, Wissenschaft und Forschung), Roland Weinert (BM für öffentlichen Dienst und Sport), Thomas Schmid (Finanzministerium), Christian Pilnacek (BM für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz), Wolfgang Baumann (Verteidigungsministerium), Peter Goldgruber (Innenministerium) und Michael Linhart (BM für Europa, Integration und Äußeres) hatten vor ihrer Bestellung Positionen in einem Ministerium inne, Michael Esterl (BM für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort) war Kabinettchef von Bundesminister Rupprechter.

Vergabe ohne Ausschreibung, Gesetz rückwirkend „repariert“, Anzeige von der Opposition

Die Praxis, Generalsekretäre ohne Ausschreibungen zu besetzen, ist laut Anwalt Alfred Noll (Liste Pilz), rechtlich nicht gedeckt. Die Liste Pilz brachte daher Mitte März eine Anzeige wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch gegen Innenminister Kickl ein. Der rechtliche Rahmen wurde erst rückwirkend am 5. April im Budgetausschuss durch eine Änderung im Budgetbegleitgesetz mit den Stimmen der Regierungsparteien hergestellt. Die Änderung legt auch das Weisungsrecht gegenüber Beamten fest. Neben der freien Vergabe der Positionen ist das Weisungsrecht der Hauptkritikpunkt von Juristen Öffentlichkeit und Opposition.

 

Link: Alle Generalsekretäre auf einem Blick

 

Bildnachweis: BKA/Andy Wenzel

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