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Der neue Landtag von Tirol

28.03.2018

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Nur sechs Tage nach dem Niederösterreichischen wurde am 28. März der neue Tiroler Landtag angelobt - wir haben die Dossiers der Landtagsabgeordneten und der Mitglieder der Landesregierung! Hier einige statistische Auffälligkeiten sowie Gemeinsamkeiten mit und spannende Unterschiede zur Situation in Niederösterrreich.



Die Diversität der Dolomiten

In Tirol sind 7 von 36 Landtagsabgeordneten (19 %) nebenbei auch BürgermeisterIn. In Niederösterreich waren es 34 %. Inkludiert man auch andere führende kommunalpolitische Tätigkeiten (VizebürgermeisterInnen, StadträtInnen, Geschäftsführende GemeinderätInnen), dann sind nur 25 % der TirolerInnen, aber 54 % der NiederösterreicherInnen leitend in der Kommunalpolitik tätig. Offenbar ist der Einfluss der Gemeinden auf die Landespolitik in Tirol deutlich niedriger als in Niederösterreich.

 

Der Anteil der LandwirtInnen ist in Tirol fast ident mit jenem in Niederösterreich (je ca. 15 %, alle von der ÖVP).

 

Auch sonst ist der Landtag beruflich gut durchmischt, auffällig ist lediglich, dass insgesamt 7 Abgeordnete (19 %) Hoteliers sind oder Zimmer bzw. Appartements vermieten. In einem so stark vom Tourismus geprägten Land ist das wohl nicht weiter verwunderlich.

Und die Frauen?

Hier gibt es in Tirol die größten Überraschungen bei Grünen und NEOS, während die ÖVP und die SPÖ (letztere und FRITZ machen halbe/halbe) deutlich besser aufgestellt sind als in Niederösterreich:

 

ÖVP: 35 % (NÖ: 14 %)
SPÖ: 50 % (NÖ: 38 %)
FPÖ: 20 % (NÖ: 25 %)
GRÜNE: 25 % (NÖ: 67 %)
NEOS: 0 % (NÖ: 67 %)
FRITZ: 50 % (NÖ: ----)

 

Gesamt: 33 % (NÖ: 27 %)

 

Zur Verteidigung der Grünen muss man anmerken, dass diese mit zwei Frauen in der Landesregierung vertreten sind. Für die Gesamtfraktion (Landtag + Landesregierung) ergibt sich also ein Frauenanteil von 50 %).

 

Die NEOS haben allerdings keine solche Entschuldigung, sie traten mit einer Landesliste an, die von zwei Männern angeführt wurde - und so kam es dann auch.

AkademikerInnen:

ÖVP: 35 % (NÖ: 38 %)

SPÖ: 50 % (NÖ: 38 %)
FPÖ: 40 % (NÖ: 25 %)
GRÜNE: 75 % (NÖ: 100 %)
NEOS: 0 % (NÖ: 100 %)
FRITZ: 100 % (NÖ: -----)

 

Gesamt: 44 % (NÖ: 43 %)

 

Der Gesamtanteil an AkademikerInnen ist also fast ident mit jenem in Niederösterreich - nur die Aufteilung ist unterschiedlich. Ob der Frauenanteil der NEOS ursächlich mit ihrem AkademikerInnenanteil zusammenhängt mag jede/r für sich selbst entscheiden... :-)

 

Die jüngste Abgeordnete ist die Studentin Elisabeth Fleischanderl (SPÖ) mit ca. 23 Jahren. Bemerkenswert ist auch, dass Stephanie Jicha (GRÜNE) mit nur 28 Jahren zur Zweiten Vizepräsidentin des Landtages avancierte.

 

Der älteste Abgeordnete ist Alois Margreiter (ÖVP) mit 62 Jahren. Der Landtag wurde insgesamt deutlich verjüngt.

Die Landesregierung:

Der alte und neue Landeshauptmann heißt wenig überraschend Günther Platter (ÖVP), auch seine beiden StellvertreterInnen sind mit Josef Geisler (ÖVP) und Ingrid Felipe (GRÜNE) gleich geblieben. Der einzige Neuzugang in der Landesregierung ist Gabriele Fischer (GRÜNE), sie ist gelernte Landschaftsplanerin und war zuletzt Landtagsabgeordnete.

 

4 der 8 Mitglieder der Landesregierung sind weiblich, 5 sind AkademikerInnen (darunter ein Univ.-Prof.), weiters findet sich dort ein Ökonomierat und eine Kommerzialrätin.

 

Foto: Reutte (Tirol) by Kauk0r, CC BY-SA 3.0

 

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