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Das Ländle wählt - Alle Infos zu den Vorarlberger KandidatInnen

01.10.2019

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Anlässlich der Vorarlberger Landtagswahl vom 13. Oktober 2019 recherchierten wir Lebensläufe, Ausbildungen, Haupt- und Nebenbeschäftigungen, Mitgliedschaften in Vereinen und Organisationen der 54 aussichtsreichsten KandidatInnen. Dabei wurde deutlich, welche Gruppen in welcher der Vorarlberger Parteien das Sagen haben.



 

Was im Vergleich zu anderen Bundesländern auffällt ist, dass Transparenz in Vorarlberg wesentlich stärker im politischen System verankert zu sein scheint als anderswo. Deutlich wird das anhand der Qualität der Lebensläufe, die der Vorarlberger Landtag über seine Abgeordneten veröffentlicht. Wir empfehlen diese Vorgehensweise allen anderen Landtagen und auch dem Bund zur Nachahmung!

 

Auffallend ist auch, dass die meisten KandidatInnen aller Parteien – außer der FPÖ – unsere Fragen schnell und kompetent beantwortet haben. Bei der FPÖ war das nur bei Nicole Hosp der Fall. Die ÖVP hat zusätzlich von sich aus Pressefotos aller KandidatInnen im Web veröffentlicht, was die Berichterstattung über die Wahlen deutlich vereinfacht.

 

Insgesamt werben 11 Listen um die Stimmen der VorarlbergerInnen. Neben ÖVP, SPÖ, FPÖ, Grüne und NEOS gibt es weitere sieben wahlwerbende Gruppierungen. Bei sechs von ihnen wurden jeweils nur die Spitzenkandidaten* recherchiert. Sie sind daher in der statistischen Auswertung von Frauen- und AkademikerInnenanteil nicht berücksichtigt.

Frauenanteil in den Parteien

Insgesamt sind 21 von 48 KandidatInnen weiblich. Der Frauenanteil bei den Grünen ist mit fünf von neun KandidatInnen am höchsten, gefolgt von den NEOS mit 50%. Bei der ÖVP sind es knapp unter 50 %, in der SPÖ ist nur eine der drei aussichtsreichsten Kandidierenden weiblich, in der FPÖ sogar nur zwei von neun. Unter den Spitzenkandidaten der sechs recherchierten weiteren Fraktionen befindet sich keine einzige Frau. Bei der Männerpartei ist dies allerdings nicht weiter verwunderlich.

Bildung der KandidatInnen

25 von 48 KandidatInnen haben einen akademischen Abschluss. Kandidatinnen sind tendenziell besser ausgebildet als Kandidaten. Mit 12 von 21 haben in Vorarlberg bemerkenswert viele kandidierende Frauen einen akademischen Abschluss, bei den Männern sind es nur 13 von 27. In den Parteien haben die NEOS mit drei von vier KandidatInnen den höchsten AkademikerInnen-Anteil, in der SPÖ sind es zwei von drei, bei den Grünen vier von neun, in der ÖVP 14 von 23 und beim Schlusslicht FPÖ nur zwei von neun. Der "Sieger" bei den akademischen Graden ist der Spitzenkandidat der SPÖ, Martin Staudinger. Er hat zwei Magisteriums- und einen Doktoratsabschluss der Universität Wien.

Studentenverbindungen

Beinahe ein Drittel der ÖVP-KandidatInnen sind Mitglieder in christlichen Studentenverbindungen, darunter auch eine Frau, nämlich Veronika Marte. Sie ist sogar Landesphilistersenior, also Vorsitzende der Alten "Herren", des Vorarlberger Mittelschülercartellverbandes (VMCV). Dieser nimmt - im Unterschied zum MKV - auch Mädchen auf. Hubert Kinz von der FPÖ ist das einzige Mitglied einer schlagenden Verbindung, das wir recherchieren konnten. Kinz ist auch Obmann-Stellvertreter des "Vorarlberger Waffenrings".

Kammern und Interessenvertretungen

Drei KandidatInnen haben eine Nähe zur Wirtschaftskammer. Eine davon ist Martina Rüscher von der ÖVP, die anderen beiden sind Hubert Kinz von der FPÖ und Sandra Schoch von den Grünen.

 

Ebenfalls drei KandidatInnen sind der Arbeiterkammer verbunden. Manuela Auer, Vizepräsidentin der Vorarlberger Arbeiterkammer, kandidiert für die SPÖ. Auer ist auch Landesgeschäftsführerin des Vorarlberger ÖGB und somit die einzige aktive Gewerkschafterin unter den KandidatInnen. Die anderen beiden mit Nähe zur AK sind Kammerrat Murat Durdu, der Spitzenkandidat der Liste "Heimat aller Kulturen" und die AK-Mitarbeiterin Gabriele Graf von der ÖVP.

 

Drei KandidatInnen stehen der Landwirtschaftskammer nahe: Bundesbäuerin und Ökonomierätin Andrea Schwarzmann (ÖVP), Kammerrat Bernhard Feuerstein (ÖVP) und der ehemalige Kammerrat Daniel Allgäuer (FPÖ).

Weitere Interessengruppen

Es gibt unter den recherchierten KandidatInnen wenige LandwirtInnen oder BeamtInnen. Nur in der ÖVP gibt es mit drei aktiven Bauern eine nennenswerte Anzahl.

 

Etwas anders ist es bei den (Vize-)BürgermeisterInnen. Diese stellen immerhin sieben aussichtsreiche KandidatInnen: 4 bei der ÖVP, 2 bei der FPÖ und eine bei den Grünen.

 

Und last, but not least: Innerhalb der ÖVP-Fraktion ist auch in Vorarlberg die Junge ÖVP gut vertreten: Drei der recherchierten KandidatInnen sind oder waren in den letzten 5 Jahren in der JVP, unter ihnen der aktive Landesobmann Raphael Wichtl.

 

*Die Liste GILT hat nach eigener Aussage keinen Spitzenkandidaten, daher konnte “Meine Abgeordneten” dazu auch keine Person recherchieren.

 

Hier geht es zu den Dossiers der 54 aussichtsreichsten Vorarlberger KandidatInnen

 

Titelbild: "...sunrise in the mountains..." by Landschafts Feeling, CC BY-NC 2.0

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