Der Wiener Landwirt Franz Windisch ist das neueste Mitglied des Nationalrat. Er folgt Ferry Maier nach, welcher sich vorzeitig von seinem Mandat zurückgezogen hatte.
“Meine Abgeordneten” freut sich über eine Honorary Mention beim Prix Ars Electronica 2012. Der international renommierte Preis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnung im digitalen Medienbereich weltweit.
“Meine Abgeordneten” wird in der Kategorie Digital Communities geehrt, den die Preisverleiher folgendermaßen definieren: “Digital Communities setzen sich für eine umfassende menschliche Entwicklung ein, zu der auch die Neugestaltung des Machtgefüges zwischen BürgerInnen und Politik, Staat, Verwaltung und Wirtschaft im Sinne von größerer Teilhabe, einer Stärkung der Rolle des zivilen Sektors und der Gestaltung lebendiger Demokratie gehören.”
Gewinner der Kategorie ist die Initiative Syrian People Know Their Way. Wir von “Meine Abgeordneten” bedanken uns ganz herzlich bei allen UnterstützerInnen.
Links:
Prix Ars Electronica
Digital Communites - die GewinnerInnen 2012
Bild: screenshot; Ars Electronica Website
Grundsätzlich stimmen Abgeordnete des deutschen Bundestags und des europäischen Parlaments genau wie ihre österreichischen Kollegen ab: Meistens per Handzeichen oder Aufstehen, des Öfteren „namentlich“ und sehr selten „geheim“. Die erforderlichen Stimmen für einen Antrag auf geheime oder namentliche Abstimmungen variieren durch die unterschiedliche Größe der Kammern.
Diese Frage ist aufgrund der derzeitigen Datenlage kaum bzw. gar nicht zu beantworten. Im Nationalrat gibt es drei verschiedene Abstimmungsverfahren. Nur eine davon, sie kommt sehr selten zum Einsatz, erfasst das Abstimmungsergebnis namentlich. Hier ein Überblick:
1. Erheben von den Sitzen: Die mit Abstand meistgenutzte Variante. Es wird nicht protokolliert, welcher Abgeordnete wie abgestimmt hat. Der/die Nationalratspräsident/in zählt durch, wie viele aufgestanden bzw. sitzengeblieben sind.
2. Namentliche Abstimmung: Sie wird durchgeführt, wenn sich 20 Abgeordnete finden, die diese Art der Abstimmung unterstützen. Das Stimmverhalten der Abgeordneten wird nun aufgezeichnet und ist in den stenographischen Protokollen der Sitzungen zu finden.
Die namentliche Abstimmung wird hauptsächlich durch Mandatare der Opposition verlangt, die meisten Anträge stellte die FPÖ. Naturgemäß wird die namentliche Abstimmung vor allem bei politisch umstrittenen Themen verlangt und eher selten durchgeführt. So wurden diese Methode in den letzten 12 Monaten erst 21 Mal durchgeführt, etwa zu folgenden Themen:
Änderung der Bundeshymne (Großer Töchter, Söhne)
Änderungen des
Zahlreiche Reaktionen folgten auf die letzte Woche von “Meine Abgeordneten” veranstaltete Pressekonferenz zum Thema Nebeneinkünfte. Im Rahmen dieser Pressekonferenz hatte “Meine Abgeordnete” auf die prekäre Gesetzeslage bezüglich Nebeneinkünften von (Berufs-)PolitikerInnenn hingewiesen. Weiters wurde eine Liste an Differenzen zwischen offiziell gemeldeten Einkünften von Abgeordneten und deren recherchierten Nebentätigkeiten vorgestellt.
Bestätigungen, Presseaussendungen, Umänderungen
Die Hälfte der PolitikerInnen, die von “Meine Abgeordneten” namentlich erwähnt wurden, ließ die Bedenken unserer Plattform nicht unkommentiert. Es kam sogar zu Änderungen auf der Offenlegungsliste von National- und Bundesrat:
Reinhold Lopatka (ÖVP): “Wirtschaftskammer Österreich” scheint nun auf. Er habe die Meldung schlichtweg vergessen, so Lopatka gegenüber Medien.
Erwin Rasinger (ÖVP): fügte “Apeiron AG” als Rechtsträger, von dem Einkünfte bezogen werden, hinzu.
Bundesrat Reinhard Pisec (FPÖ): Eintrag enthält nun die “Sonnblick GmbH”.
Folgende Politiker gaben an, für die von uns thematisierte Tätigkeit kein Gehalt zu bekommen:
Johann Hechtl (SPÖ) schickte eine Bestätigung, dass er für seinen Aufsichtsratsposten keine Entschädigung bezieht. Sie ist in seinem Dossier abrufbar. DANKE!
Hannes Fazekas (SPÖ) erklärte
Enorme Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es in Punkto berufliche Nebentätigkeiten: So gehen 9% der männlichen Nationalratsabgeordneten keiner Nebenbeschäftigung nach, bei ihren Kolleginnen sind es 45%.
Ein Großteil der Nationalrätinnen konzentriert sich beruflich ausschließlich auf die Ausübung ihres Mandats: 23 Parlamentarierinnen üben laut Bezüge-Offenlegungsliste keine meldepflichte Nebentätigkeit aus. Von den 28 weiblichen Abgeordneten mit gemeldeten Nebentätigkeiten arbeiten 12 in der Privatwirtschaft und 16 sind bei öffentlichen Stellen, Interessensvertretungen oder ihren Parteien tätig.
Bei den Männern gibt es hingegen nur 12 Abgeordnete, die keiner gemeldeten beruflichen Tätigkeit nachgehen. Diese Zahl ist besonders aussagekräftig, da der Anteil der Männer im Nationalrat mehr als doppelt so hoch ist, wie der der Frauen. Von den 183 Abgeordneten sind nur 51 weiblich, das ergibt knapp 28 Prozent.
Gesellschaftliche Realität wird widergespiegelt
Laut einer Studie der Arbeiterkammer aus dem Jahr 2010 liegt der Frauenanteil in Aufsichtsräten österreichischer Firmen bei acht Prozent. Diese Realität spiegelt sich auch im Nationalrat wider: So gibt es nach unseren Recherchen lediglich drei weibliche Abgeordnete, die als Aufsichtsrätinnen tätig sind. Bei den männlichen Kollegen ist diese Zahl um
Das britische Parlament exerziert vor, was absolute Transparenz bedeutet – sogar die parlamentarischen Mitarbeiter müssen ihre finanziellen Interessen offenlegen. Wir haben uns angesehen, welche “Categories of Registrable Interest” bestehen und wie diese extreme Offenheit begründet wird.
Die rechtliche Grundlage ist dabei im “Code of Conduct” ausformuliert, der rechtlich bindend ist und den Zweck hat, “das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Tätigkeiten der Abgeordneten zu stärken”. Bezüglich der Transparenz von Nebeneinkommen ist besonders der sechste Abschnitt des Code of Conducts von Interesse: Hier geht es um die Registrierung und Offenlegung (Declaration) von finanziellen Interessen.
Das “Register of Members' Financial Interests” beinhaltet dabei zwölf Kategorien an finanziellen Interessen, die offengelegt werden müssen. Veränderungen müssen vom MP (Member of Parliament/Abgeordneten) binnen vier Wochen bekanntgegeben werden, das Register wird anschließend elektronisch überarbeitet und mit Datumsangabe online publiziert. Frühere Versionen des Registers sind übrigens weiterhin online abrufbar.
Die zwölf Kategorien umfassen dabei folgende Themengebiete:
1. Directorship (Aufsichtsratposten, Tätigkeiten im Vorstand
Österreichische Politiker sind verpflichtet, Nebeneinkünfte, die € 1.142,40 übersteigen, öffentlich bekannt zu geben. Tun Sie dies nicht, drohen jedoch keine Konsequenzen. Die Höhe der Einkommen ist ebenso wenig bekannt wie Funktionen in Vereinen oder Kapitalgesellschaften. Wie es besser geht, zeigt beispielsweise der deutsche Bundestag.
Im Gegensatz zu ihren österreichischen Kollegen müssen Abgeordnete des deutschen Bundestags eine Vielzahl an Informationen offenlegen. Die Verhaltensregeln für Abgeordnete, die Teil der Geschäftsordnung und damit rechtlich binden sind, sehen dabei die Veröffentlichung folgender Informationen vor:
Zuletzt ausgeübte berufliche Tätigkeit vor der Mitgliedschaft im Bundestag
Funktionen in einer Gesellschaft oder Unternehmen anderer Rechtsform
Funktionen in Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts
Funktionen in Vereinen, Verbänden und Stiftungen
Diese Angaben müssen bei allen Tätigkeiten – unabhängig von der Höhe des Verdiensts - veröffentlicht werden. Publiziert müssen weiters werden:
Vereinbarungen über künftige Tätigkeiten oder Vermögensvorteile
Beteiligungen an Kapital- oder Personengesellschaften
Spenden für die politische Arbeit des jeweiligen Parlamentariers
Durch ein Einkommensstufensystem wird außerdem angezeigt, wieviel Bundestagsabgeordnete durch ihre Nebentätigkeit
Nach dem Beitrag im Report, in dem auch „Meine Abgeordneten“ vorgestellt
wurde, reagierte Parlamentspräsidentin Prammer prompt: seit heute ist
die Offenlegungsliste der Mitglieder des Bundesrates und Abgeordneten
des Nationalrates auf der ersten Seite der Parlamentshomepage verlinkt.
Wir von „Meine Abgeordneten“ freuen uns natürlich über die schnelle
Reaktion der Parlamentsdirektion.
http://www.respekt.net/projekte-unterstuetzen/details/projekt/256/
Meine Abgeordneten ist hervorragend gestartet; Jetzt geht es darum,
die laufende Arbeit an der Plattform zu organisieren und in einen
regulären Betrieb überzuführen, der eine nachhaltige professionelle
Betreuung für die nächsten Monate und Jahre gewährleisten kann. Für
diese Übergangsphase ersuchen wir um Deine/Ihre Unterstützung auf Respekt.net!
Vielen herzlichen Dank!
Das Team von "Meine Abgeordneten"
"Meine Abgeordneten" versteht sich als professionelle Rechercheplattform für Journalistinnen und Journalisten ebenso wie für interessierte Bürgerinnen und Bürger. Hier ein kurzer Überblick über die von uns zur Verfügung gestellten Tools zur effizienteren Arbeit mit unserer Datenbank:
Deep Links:
Alle Dossiers unserer Abgeordneten haben eindeutige und permanente URLs nach dem Schema http://www.meineabgeordneten.at/Abgeordnete/Vorname.Nachname. Wir freuen uns, wenn Sie im Rahmen aktueller Berichterstattung in Online-Medien oder in Foren- und Blogbeiträgen direkt auf das jeweilige Dossier verlinken!
Wenn es passend sein sollte können Sie auch gerne direkt auf die entsprechende Rubrik verlinken, z.B.: http://www.meineabgeordneten.at/Abgeordnete/Vorname.Nachname/politik oder http://www.meineabgeordneten.at/Abgeordnete/Vorname.Nachname/interessenvertretungen.
Dossier-Feeds:
Zu jedem Abgeordneten-Dossier existieren drei RSS-Feeds, die mit den üblichen RSS-Readern (z.B. http://www.google.at/reader/) abonniert werden können. Damit werden Sie automatisch auf dem Laufenden gehalten, wenn ein bestimmtes Dossier kommentiert wird oder neue OTS-Aussendungen bzw. Reden dazu hereinkommen. Die Dossier-Feeds haben folgende Syntax:
http://www.meineabgeordneten.at/Abgeordnete/Vorname.Nachname/feed/kommentare
Insgesamt neun Mandate wurden im Jahr 2011 neu besetzt. Unangefochtener Spitzenreiter bei den Personalrochaden ist dabei die ÖVP, die sechs Wechsel zu verzeichnen hatte. Dabei verließen vor allem schillernde ÖVP-Persönlichkeiten der schwarz-blauen Regierungsperiode den Nationalrat endgültig: Ursula Plassnik, Wolfgang Schüssel, Wilhelm Molterer und Maria Rauch-Kallat "verzichteten auf ihr Mandat", wie es im Parlamentsjargon heißt.
Kurios ist dabei, dass Rauch-Kallat ursprünglich Wilhelm Molterers Mandat angenommen hatte, 3 Monate später wieder aus dem Parlament ausschied, nicht ohne jedoch ein Abschiedsgeschenk in Form einer neuen Bundeshymne zurückzulassen.
Die neuen ÖVP-Mandatare sind dabei teilweise altbekannt: So waren Reinhold Lopatka und Christine Marek sogar schon Staatssekretäre, Wolfgang Gerstl saß zehn Jahre im Wiener Gemeinderat. Weniger bekannt sind die neuen Abgeordneten Michael Hammer (er folgte auf Norbert Kapeller) und der Plassnik-Ersatz Thomas Einwallner, der mit 32 Jahren einer der jüngsten Nationalräte ist.
Noch jugendlicher ist allerdings Matthias Venier (27), der von der FPÖ als Nachfolger des heftig umstrittenen Werner Königshofer ins Parlament entsandt wurde. Bei der SPÖ trat schon im Jänner Marianne Hagenhofer von ihrem Mandat zurück, das der Oberösterreicher Harry Buchmayr übernahm.
Den letzten Wechsel leitete die Ratifizierung des Lisabon-Vertrags ein: Dadurch erhielt das
Wir freuen uns, dass die Tätigkeit von Bauernbundchef Jakob Auer als „Landwirt“ nun auch in der "Liste gemäß Art. 1 § 9 Bezügebegrenzungsgesetz" offiziell als Beruf aufscheint. Wann Herr Auer die Aktualisierung der offiziellen Liste veranlasst hat, ist für uns leider nicht nachvollziehbar. Auf der öffentlich abrufbaren Liste des österreichischen Parlaments finden sich keine Informationen zu Änderungen.
Laut dem Bezügebegrenzungsgesetz müssen österreichische NationalrätInnen und Mitglieder des Bundesrates ihre Nebenbeschäftigungen mit einem Verdienst über 1.142,40 Euro pro Jahr melden. Konsequenzen bei Verstößen sind bis dato jedoch nicht vorgesehen.
Link: Liste gemäß Art. 1 § 9 Bezügebegrenzungsgesetz
Link: Dossier von Jakob Auer
Der 61 Jährige Oberösterreicher tritt sein erstes politisches Mandat an, er wird das Team der SPÖ in Brüssel verstärken. Weidenholzer blickt auf eine wissenschafltiche Karriere zurück. Er ist seit 1998 Vorstand des Instituts für Gesellschaft- und Sozialpolitik der Johannes-Kepler-Universität Linz.
Der Universitätsprofessor ist darüber hinaus stark in der Zivilgesellschaft und im NGO Bereich verankert. So ist er seit 20 Jahren Präsident der "Volkshilfe" und Vorsitzender im "Verein Momentum - für kritische Wissenschaft und Politik".
Link zum Dossier
Die 41 jährige Unternehmerin aus Niederösterreich übernimmt das Mandat von Ewald Stadler, der ins EU-Parlament nach Brüssel wechselt. Kaufmann-Bruckberger war bis 2011 dessen Stellvertreterin als BZÖ-Landesobmann gewesen.
Kaufmann-Bruckbergers politisches Engagement begann 1995 im Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender, drei Jahre später wurde sie für die Dauer von sieben Monaten Landesobfrau des RFW in Niederösterreich. Von 1999 bis 2002 war Kaufmann-Bruckberger Mitglied im Gumpoldskirchner Gemeinderat.
Beruflich erlebte Kaufmann-Bruckberger, die Absolventin einer Hotelfachschule ist, unterschiedliche Stationen: So war sie in Kärnten ab 2002 Geschäftsführerin und Gesellschafterin der „Wörthersee-Bühne“ Veranstaltungs-Betriebs- und Verwertungsgesellschaft. Diese Funktion hatte sie bis April 2005 inne. Drei Monate später wechselte sie zur BZÖ-eigenen Werbeagentur „Orange“, wo sie rund ein Jahr lang als Geschäftsführerin tätig war.
Parallel dazu war Elisabeth Kaufmann-Bruckberger von 2003 bis 2008 Geschäftsführerin der „Bruckberger Johanna GmbH“, eine Gewerbeberichtigung für Werbeagenturen hat die Gumpoldskirchnerin seit 2002. Mittlerweile hat sich Kaufmann-Bruckberger selbstständig gemacht und leitet die „ebk marketing & business consulting“ .
Außerdem ist die 1970 in Mödling geborene Kaufmann-Bruckberger Heurigenwirtin in Gumpoldskirchen und Gesellschafterin einer Pizzeria, die
Das europäische Parlament hat einen neuen Verhaltenskodex für seine Abgeordneten beschlossen. Dieser soll laut Parlamentspräsident Jerzy Buzek einen „starken Schutz gegen unethisches Verhalten“ bieten.
So müssen Abgeordnete zukünftig jede berufliche Tätigkeit, die sie in den drei Jahren vor ihrer Wahl ins Parlament ausgeführt haben, öffentlich bekanntgeben. Dasselbe gilt für Vorstandsmitgliedschaften in Unternehmen, NGOs oder sonstigen Interessensverbänden.
Weiters müssen EU-Parlamentarier jede Tätigkeit, die einen Interessenskonflikt darstellt oder deren Verdienst 5.000,- Euro pro Jahr überschreitet, öffentlich ausweisen. In Österreich liegt diese Grenze bei 1.142,50 Euro pro Jahr.
Im Gegensatz zur österreichischen Regelung, müssen die EU-Abgeordneten mit bei Verstoß gegen den Verhaltenskodex mit ernsten Konsequenzen rechnen: So könnten Diäten gestrichen, parlamentarische Aktivitäten ausgesetzt oder sogar gewählte Posten innerhalb des EU-Parlaments verloren werden. Auch für ehemalige Abgeordnete gelten Regeln: Arbeiten diese jetzt als Lobbyisten, dürfen sie Einrichtungen, die sonst ehemaligen Abgeordneten zur Verfügung stehen, nicht mehr benutzen.
Für „Meine Abgeordneten“ stellt das Gesetz einen wichtigen Schritt in Richtung mehr Transparenz und Korruptionsbekämpfung dar. Erste Erfahrungen mit den neuen Regelungen werden bald die zwei neuen österreichischen EU-Parlamentarier Josef Weidenholzer
Wie aus dem aktuell präsentierten "Korruptionswahrnehmungsindex" der NGO Transparency International (TI) hervorgeht, wird Österreich vermehrt als korrupt angesehen. Im Rahmen dieser jährlichen Studie werden Unternehmensberater und Manager internationaler Firmen nach ihrer Einschätzung zur Korruption im staatlichen Sektor befragt.
Österreich schnitt heuer noch schlechter als in den Jahren zuvor ab. Währenddessen „wir“ 2005 noch unter den „top ten“ der am wenigsten korrupten Staaten waren, so ist es diesmal nur der 16. Platz.
Der Abstieg könnte laut Studienautoren an den intensiv diskutierten Korruptionsaffären liegen. Ein Anstieg bei der wahrgenommenen Korruption deute dabei nicht zwingend auf tatsächliche Korruption - allerdings sei diese unmöglich zu messen.
Als Gegenmittel empfiehlt Transparency International mehr Transparenz - die Verschwendung öffentlicher Mittel, Schmiergeldzahlungen oder undurchschaubare Entscheidungsprozesse seien Hauptauslöser für Proteste in der ganzen Welt.
Als österreichische Transparenz-Plattform sehen wir von „Meine Abgeordneten“ einen klaren Arbeitsauftrag: die Tätigkeiten der Abgeordneten sichtbar machen.
Link zu den Ergebnissen: http://cpi.transparency.org/cpi2011/results/
Klubobleute dürfen laut Unvereinsbarkeitsgesetz keiner nebenberuflichen Tätigkeit nachgehen. Karlheinz Kopf, Klubobmann der ÖVP im Parlament, hatte laut Schweizer Handelsregister trotzdem eine Geschäftsführerfunktion bei der Sportbau Walser AG in Berneck im Schweizer Kanton St. Gallen. Diese hat er nun am 16. November zurückgelegt. Wir haben das entsprechend in seinem Dossier geändert.
Bis zum 16. November 2011 hat er diese Tätigkeit offensichtlich ausgeübt. Überraschend finden wir in diesem Zusammenhang ein E-Mail des ÖVP-Parlamentsklubs, das wir am 9. November 2011 erhalten haben. Darin wurde uns mitgeteilt, dass Herr Kopf die Funktion bei der Sportbau Walser AG nicht mehr ausübt und wir den Eintrag daher entfernen mögen. Wir haben darauf hin am 9. November am Nachmittag noch einen neuen Handeslregisterauszug des Kantons St. Gallen besorgt und unsere Quelle damit aktualisiert. Der neue Auszug bestätigte die aufrechte Funktion von Herrn Kopf. Diese Information haben wir auch dem ÖVP-Parlamentsklub übermittelt. Mehr als eine Woche später haben wir dann die Information über die Zurücklegung der Funktion erhalten. Was wollte Herr Kopf nun eigentlich mit der Information am 9. November erreichen? Wir wissen es nicht, aber es hinterlässt bei uns Fragezeichen.
Herr Kopf weist zu unserer Überraschung trotz seiner Tätigkeit als Klubobmann weiterhin Nebeneinkünfte von Seiten des Wirtschaftsbunds aus. Es dürfte sich dabei um Bezüge ohne
Wilhelm Haberzettl, einer der mächtigsten Gewerkschafter dieses Landes, hat diese Woche angekündigt, alle seine gewerkschaftlichen Funktionen zurückzulegen. Auch seine Tätigkeiten bei der ÖBB wird der gebürtige St. Pöltner ab 2012 einstellen. Sein Nationalratsmandat will der SPÖ Politiker behalten.
Insgesamt haben aktive und ehemalige Gewerkschafter einen gewichtigen Einfluss innerhalb des österreichischen Parlaments. Von „unseren“ 280 Abgeordneten, Regierungsmitgliedern und EU-Parlamentariern haben rund 13,2% Funktionen innerhalb einer Gewerkschaft bekleidet. Nimmt man lediglich den Nationalrat als Bemessungsgrundlage, erhöht sich deren Anteil leicht auf 14.75%.
In diesen 13.2% sind (Ex)FunktionärInnen des ÖGB, aller Teilgewerkschaften und fraktionellen Gewerkschaftsorganisationen ebenso enthalten, wie BetriebsrätInnen oder Vertrauenspersonen.
Den Löwenanteil unter den gewerkschaftlich tätigen PolitikerInnen hat verständlicherweise die SPÖ. So sind beispielsweise neben Haberzettl auch Karl Boden und Hermann Lipitsch Funktionen in der Gewerkschaft der Eisenbahner zuordenbar, Johann Hell war ÖBB Betriebsrat.
Mit Fritz Neugebauer sitzt einer mächtigsten ÖVP-Gewerkschafter im Parlament. Er ist Vorsitzender der GÖD (Gewerkschaft Öffentlicher Dienst). Ebenfalls Nationalratsabgeordneter ist Kurt Grünewald (Die Grünen), er ist Mitglied der Bundesvertretung (Universitätsgewerkschaft - Wissenschaftliches und
Da wir einige Anfragen bezüglich des Lebenslaufs unseres Bundeskanzlers Werner Faymann bekommen haben: Auch wir konnten das Geheimnis nicht lüften.
Bereits am Anfang unserer Recherchen wurde per Mail im Bundeskanzleramt nachgefragt. Leider kam nur einen Verweis auf den offiziellen Lebenslauf zurück, unsere konkreten Fragen wurden nicht beantwortet. Wir finden das natürlich schade. Falls Sie nachprüfbare Informationen zum Thema haben, schicken Sie diese bitte an office@meineabgeordneten.at
Foto: Ludwig Schedl
Die Eröffnung von Meine Abgeordneten stieß auf ein enormes Echo. Wir freuen uns über unzählige Medienberichte, Input von UserInnen und Rückmeldungen aus der Politik.
Überrascht hat uns, wie schnell Österreichs PolitikerInnen reagieren.
Im Rahmen der gestrigen Pressekonferenz haben wir unter anderem die private Unternehmenswebsite eines Abgeordneten vorgestellt, auf der sich Fotos vom schmiedeeisernen Tor eines Weinkellers befinden. Weiter nicht bemerkenswert, würde das Symbol auf diesem Tor nicht stark an die „Schwarze Sonne“, ein Symbol der SS, erinnern. Darüber hinaus ist der Abgeordnete Obmann des Vereins „Isis Noreia XIII - Wächter und Wahrer des Tempelweines“.
Bereits am Nachmittag waren die Fotos verschwunden und die Seite des Vereins offline. Der Abgeordnete erklärte laut Medienberichten der "Presse", er habe das Haus samt Keller im Jahr 1993 gekauft und restauriert. Von einem SS-Symbol wisse er nichts, er werde sich das nun genau anschauen. Die Geschichte mit dem Tempelwein sei "eine b'soffene G'schicht".
Natürlich greifen wir unseren Abgeordneten auch bildungstechnisch gerne unter die Arme.
Hier drei Auszüge zum Nachlesen, eine vollständige Presseschau liefern wir nach:
DerStandard (Screenshot)
Nach monatelanger Konzeptions-, Recherche-, und Programmierarbeit freuen wir uns außerordentlich, "Meine Abgeordneten" endlich der Öffentlichkeit präsentieren zu können! Wir hoffen, dass Ihnen die Plattform gefällt und Sie hier nützliche und interessante Informationen vorfinden! Bitte zögern Sie nicht uns unter office@meineabgeordneten.at zu kontaktieren, wenn Ihnen ein Fehler auffällt oder Sie zusätzliche Puzzlesteine zu einem Dossier beisteuern wollen. Und last, but not least hoffen wir auch auf Ihre Spende zur Finanzierung und zum weiteren Ausbau der Plattform. Wir freuen uns auf Ihr Feedback, Ihre Unterstützung und Ihre Mitarbeit zur Schaffung von mehr Transparenz in der österreichischen Politik!
Die erste Dateneingabe für "Meine Abgeordneten" ist jetzt soweit abgeschlossen, aber es fehlen noch viele Daten und es hat sich sicher auch der eine oder andere Fehler eingeschlichen. Wir werden jedenfalls laufend daran weiterarbeiten!